Gipfelsturm

Tag 7: Gipfelsturm … (geschrieben von Sarah)

Der siebte Tag begann kalt. Sehr kalt und sehr windig. Doch schon beim Frühstück flaute der eisige Wind, der uns die halbe Nacht wachgehalten hatte, ab und wich warmem Sonnenschein. Also machten wir uns in kurzen Hosen und T-Shirts auf den Weg zum höchsten Punkt der Gegend, dem Gipfel des Mont Lozeres.

Während dem Laufen entdeckten wir beim Spiel „Wer bin ich?" ganz neue Facetten unserer Persönlichkeit. (Gollum, Jack Sparrow, Wickie …) Zum Glück verliefen wir uns nur ein winziges Bisschen, als wir (zum Gipfel!) lieber bergab- als bergauf gehen wollten. Dabei kidnappten wir (aus Versehen) fast einen Hund, der uns anscheinend lieber hatte als seinen Besitzer. Zurück auf dem rechten Pfad nahmen wir, Grashalme im Mundwinkel wie Lucky Luke oder Huck Finn, den Aufstieg zum Gipfel in Angriff, der weitaus weniger steil war als befürchtet. Oben wurden wir nicht nur mit einem überwältigenden Panoramablick, sondern auch mit lecker Schokolade belohnt.

Auch heute schafften wir es nicht, völlig ohne Gesang zu wandern. Salo schmetterte Gospel und Adi trällerte den gesamten Abstieg lang alleine vierstimmig im Kanon. Die vielen Esel- und Ponywanderer zum Vorbild, ritten manche von uns ein paar hundert Meter auf den Schultern des Wanderratten-Reitesels Simon (wofür wir ihm sehr dankbar sind).

Trotzdem dauerte unsere Wanderung lange genug, dass unsere Bäuche gefährlich knurrten und wir auf den letzten Kilometern nur ein Thema hatten: Essen!

Deshalb blieb von den Spaghetti mit Pesto nichts mehr übrig, um am nächsten und übernächsten Tag Frühstücksnudeln machen zu können, was Micha sehr traurig, und den Rest der Gruppe sehr fröhlich stimmte.

Diese gute Stimmung brachten wir auch gleich (laut-lärmend) in den Gemeinschaftsraum des Campingplatzes mit. Zum Glück konnte keiner der außer uns Anwesenden deutsch. Sonst hätten sich bestimmt einige relativ heftig über die seltsamen Geschichten gewundert, die wir gemeinsam (jeder einen Satz) schrieben.

Der Tag endete wieder mit eisigem, laut in den Bäumen rauschendem Wind und einem Geburtstagslied für Nils um 15. Geburtstag. (Oder begann der nächste Tag mit einem Ständchen um 0 Uhr?

Tag 8: Der Kreis wird geschlossen (geschrieben von Lorenz)

Der kalte Wind weckte uns wie schon tags zuvor recht früh. Bis die wärmende Sonne über die Bergkuppe kam, harrten wir in unseren Schlafsäcken aus.

Langsam aufgetaut verscheuchten wir die Hühner, die wie jeden Morgen um die Tische und unsere Schlafsäcke liefen und nach Essbarem suchten. Nachdem Micha und Simon das frische Brot geholt hatten, frühstückten wir, putzten Zähne und brachen zu unserer letzten Tour auf.

Diese begann in Le Mazels, wo wir am Tag zuvor unsere Wanderung beendet hatten, und führte uns erneut durch eine wunderschöne Gegend.

Wir liefen durch kleine, alte Orte, die einem das Gefühl gaben, in der Zeit zurückgegangen zu sein. Es waren die Schlichtheit oder die kleinen Details, wie ein Dorfplatz mit dem Namen „Platz der Rentner", die uns immer wieder schmunzeln und staunen ließen.

Auf einer Wiese machten wir die erste Pause, wie immer – man konnte aber auch nicht genug davon kriegen – mit knusprigem Baguette und Käse.

Nach einigen weiteren Kilometern gönnten wir uns erneut ein wenig Ruhe. Diesmal an einem Bach, in dem wir wegen des eiskalten Wassers nur mit den Füßen badeten.

Am späten Nachmittag erreichten wir dann Altier, den Ort, an dem wir fünf Tage zuvor gestartet hatten, und schlossen somit den Kreis.

Zurück am Campingplatz in Finiels begann ein Teil der Gruppe zu kochen. Der andere Teil ging in den Gemeinschaftsraum und begann zu singen und Gitarre zu spielen. Nach und nach kamen immer mehr Camper in den Raum, hörten zu oder sangen selbst mit.

Ein prägender Moment war es, als ein Mann die französische Version von „Probier´s mal mit Gemütlichkeit" anstimmte, das jeder in seiner Sprache sang. Bei unserem anschließenden Abendessen (es gab Bratkartoffeln und Rührei) spielte und sang er noch ein wenig und bescherte uns somit eine schöne Hintergrundmusik.

Nachdem wir noch so lange musiziert hatten, dass uns die Campingplatzbesitzerin bat, nun schlafen zu gehen, taten wir dies und schlüpften in unsere wärmenden Schlafsäcke.

Ob wir wieder gut zuhause angekommen sind, erfährst Du hier ...

Gipfeltreffen (Foto: Wanderratten)

Spitzen-Aussicht (Foto: Wanderratten)

Käsebaguette macht glücklich (Foto: Wanderratten)

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