Streuobstwiese

Der Begriff Streuobstwiese ist noch nicht so alt wie die Wiesen mit Obstbäumen rund um unsere Dörfer. Erst 1975, als man allmählich die Obstbaumbestände wieder anfangen musste zu schützen, wurde dieser Begriff „erfunden“.


Aber schon vor mehr als 3000 Jahren pflanzte man Obstbäume an. Später im Mittelalter wurden die von den Römern und Griechen angebauten Apfelsorten in unseren mitteleuropäischen Klöstern gepflanzt und gepflegt.

Erst mit der ersten landwirtschaftlichen Verordnung, der „Capitulare de villis“, die Kaiser Karl der Große (*747 – † 814) erließ, wurde festgelegt, dass mindestens ein Obstbaum je Familie gepflanzt werden musste. Dieser Kaiser legte auch fest, dass wenn diese Familie kein eigenes Land hatte,  eine „Allmende“ – Fläche dafür bereitgestellt werden musste. (Allmende ist Gemeindebesitz, also gemeinschaftliches Eigentum).


Heute sind Streuobstwiesen, nicht nur wegen der 800 verschiedenen Apfelsorten, artenreiche Flächen in unseren zu dicht besiedelten Gebieten. Vor allem Tiere, die aus ihrem ursprünglichen Lebensraum vertrieben wurden, finden hier Zuflucht. So bilden sich neue Lebensgemeinschaften der Baum – und Wiesenbewohner.

Foto: Maik Prozeller

Schlüsselblume

Wenn Du eine Freundin hast, so schenke ihr eine Schlüsselblume. Dann weiß sie, dass Du ihr Herz erobern möchtest. Wenn Du es nicht ganz so romantisch magst, dann lass diese schöne Blume lieber stehen, denn sie steht unter Naturschutz.

Der Sage nach ist Petrus einmal der Schlüssel zur Himmelspforte auf die Erde gefallen. Als der Schlüssel die Erde berührt hat, ist die Schlüsselblume entstanden. Der Schlüssel wurde von einem Engel wieder zurückgeholt, die schönen Blumen (auch Primeln genannt)  blieben aber zur Erinnerung stehen.

Foto: Naturpark & BR Bayer. Rhön e. V.

Glockenblume

Die Glockenblume ist hübsch anzusehen aber lass sie lieber auf der Wiese stehen. Wenn man sie nämlich pflückt verwelkt sie schnell. Sie ist eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln und sie verbreitet sich dadurch, dass Ameisen ihre Samen verteilen.
Sie blüht vom Juni bis September meist auf trockenen grasigen Plätzen oder in Mauern und Felsspalten.

Foto: Uwe Steigemann

Der Siebenschläfer

Dieses kleine und flinke Nagetier hält nicht nur sieben Monate Winterschlaf – wie man aus seinem Namen schließen könnte – sondern meist viel länger. Danach ist er aber umso aktiver.
Mit seinem buschigen Schwanz klettert er nachts in den Bäumen herum und sogar glatte Wände erklimmt er mit Leichtigkeit.
Ab Juni begibt sich der Siebenschläfer auf Partnersuche. Mit lautem Pfeifen und Quieklauten finden sich die Paare zusammen. Das Weibchen sucht sich gerne Nistkästen oder Ecken im Gartenschuppen für den Nestbau, vorzugsweise aber Baumhöhlen, sofern es solche noch finden kann. Der Siebenschläfer ernährt sich gern von Fallobst und Insekten. Deshalb ist so wichtig die Streuobstwiese für den Siebenschläfer zu erhalten.
Im Herbst fressen sich die possierlichen Tierchen dann eine wärmende Fettschicht an, um den Winter als Pelzkugel zusammengerollt zu verschlafen. Dabei verliert er über ein Drittel seines Körpergewichts, seine Körpertemperatur sinkt rapide, er atmet nur wenige Male in der Minute und spart dadurch jede Menge Energie.
Übrigens: der 27. Juni heißt auch Siebenschläfertag. Nach einer Bauernregel soll das Wetter sieben Wochen so bleiben wie an diesem Tag.

Foto: piclease, Thielscher

Tagpfauenauge

Das Tagpfauenauge ist ein schöner, bunter Schmetterling. Seinen Namen hat er den bunt-schillernden Flecken auf seinen Flügeln zu verdanken, die den Augenflecken einer Pfauenfeder ähneln.
Beim Nektarsaugen aus einer Blüte, klappen sie die Flügel zusammen und wieder auf,  um Vögel oder Eidechsen mit den Augenflecken abzuschrecken. Die Unterseite der Flügel haben eine unauffällige schwarz-braune Musterung.
Wie du vielleicht schon weißt, entwickeln sich alle Schmetterlinge aus Raupen, die sich verpuppen und aus der schließlich der fertige Schmetterling schlüpft. Die Raupe des Tagpfauenauges ist schwarz mit weißen Tupfen und es ist verwunderlich, dass daraus ein wunderschöner Schmetterling entsteht.
Das Tagpfauenauge ernährt sich außer von Blütennektar auch von überreifem Obst, deshalb ist er auch auf der Streuobstwiese anzutreffen. Sehr gerne hält er sich aber auch auf dem Sommerflieder in deinem Garten auf.
Im Herbst sucht sich der Schmetterling einen geschützten Ort um zu überwintern. Vielleicht entdeckst du mal einen, der sich eure Garage dafür ausgesucht hat.

Foto: piclease, Hirneisen

Grünspecht

Seinen Namen hat er von seinem grünen Federkleid und der rötliche Kopfstreifen ist ein auffälliges Merkmal vieler Spechte.
Der Grünspecht meißelt sich seine Bruthöhlen, dabei hilft ihm sein kräftiger, spitzer Schnabel.
Auch bei der Suche nach Nahrung zum Beispiel Insekten, die er unter der Baumrinde aufstöbert, ist er hilfreich. Bei seiner Vorliebe für Schnecken und Regenwürmer ist ihm seine 10 cm lange klebrige Zunge nützlich.
Der Ruf der Grünspechte hört sich an, als ob jemand laut lacht.
Die Grünspechte bauen normalerweise jedes Jahr eine neue Bruthöhle, in der sie die Eier auf den dort liegengebliebenen Holzspänen ausbrüten.

Foto: piclease, Deepen

Günsel

Der Kriechende Günsel hat seinen Namen weil die Pflanze so aussieht als würde sie über den Boden Kriechen. Früher wurde sie gerne als Heilkraut bei Halsentzündungen, Sodbrennen oder als Einschlafhilfe verwendet. Außerdem kann man daraus einen leckeren Salat machen. Der Günzel ist eine wichtige Nahrungsquelle für Hummeln.

Foto: piclease, Hemmer

Wendehals

Der Wendehals kann seinen Kopf um mehr als 180 Grad drehen. Daher hat er seinen Namen. Sein kurzer Schnabel unterscheidet ihn deutlich von den echten Spechten.
Er ernährt sich hauptsächlich von Insekten die am Boden leben. Während er brütet ist er unermüdlich auf der Suche nach Ameisen und deren Larven. Kommt er an diese nicht ran begnügt er sich auch mit Blattläusen, kleinen Käfern, Schmetterlingsraupen und Spinnen. Hin und wieder frisst er auch Holunderbeeren.
Die locker mit Bäumen bestandene Streuobstwiese bietet dem Wendehals genügend Freiflächen für seine Nahrungssuche am Boden und somit einen optimalen Lebensraum. 
Er ist ein Zugvogel und kehrt im Frühling aus seinem Afrikanischen Winterquartier zurück. Er brütet dann in Höhlen die er aber nicht selbst gebaut hat. Er sucht sich bereits vorhandene Spechtlöcher, Natürliche Baumhöhlen oder Nistkästen.

Foto: piclease, Fünfstück

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