Moor

In der Rhön haben wir verschiedene Moortypen. Alle Moore haben gemeinsam, dass sie das ganze Jahr über nass sind. Moore brauchen dazu im Untergrund eine wasserstauende Schicht.
Wenn sich in einem Moor die Torfmoose durchsetzen, kann es in die Höhe wachsen, sich zu einem Hochmoor entwickeln. Dieses ist zum Beispiel das Schwarze Moor. Wenn du dich traust, dann besuche es einmal. Du wirst dort mit etwas Glück fleischfressende Pflanzen entdecken können.

Die Bekassine

Wenn man im Frühjahr über ein Hochmoor wandert, kann man manchmal ein eigenartiges Meckern hören. Es ist aber nicht das Meckern einer Ziege, sondern der "Gesang" einer Bekassine.
Das Geräusch erzeugen die Männchen im Flug mit ihren Schwanzfedern.  Deswegen hat die Bekassine im Volksmund auch den Beinamen "Himmelsziege" bekommen.  Durch die Zerstörung der Moore oder Sümpfe sind die Bekassinen in unseren Regionen selten geworden. Sie stehen auf der Liste der stark gefährdeten Tierarten. Auffällig ist der lange, dünne Schnabel der Bekassine. Damit kann sie hervorragend im Boden nach Insekten und Würmern bohren.

Foto: Jürgen Holzhausen

Das Birkhuhn

Ein weithin hörbares Zischen und ein dumpfes Kollern deutet darauf hin: die Birkhähne haben sich im Morgengrauen wieder eingefunden um auf dem Balzplatz um ihre Weibchen zu kämpfen.
Nur der stärkste Hahn wird von den Hennen ausgewählt. Was früher in der Rhön ganz normal war, ist heute leider sehr selten geworden. Das Birkhuhn ist auch in der Rhön sehr stark vom Aussterben bedroht. Um dem Birkhuhn zu helfen, gibt es das Wegegebot. D. h. um die Tiere so wenig wie möglich zu stören und zu erschrecken, sollen sich die Wanderer nur auf den ausgewiesenen Wegen aufhalten. Im Winter, wenn es sehr wenig Nahrung für das Birkhuhn gibt, gräbt es sich in eine Schneehöhle ein und fällt in eine Art Winterstarre um Energie zu sparen. Wenn es dabei aufgeschreckt wird, verliert es wichtige Energiereserven, was zum Hungertod führen kann.

Foto: Archiv Rhönjäger Hillenberg

Das Torfmoos

Die wichtigste Pflanze in einem Hochmoor ist das Torfmoos. Es kann das 20fache des eigenen Gewichtes an Wasser speichern. Obwohl es nur eine kleine Pflanze ist, kann es doch die anderen Moorpflanzen verdrängen.
Durch das Torfmoos wächst ein Hochmoor in die Höhe. Jedes Jahr wird die Torfschicht unter dem Torfmoos einen Millimeter dicker. Die Dicke der Torfschicht im Schwarzen Moor beträgt 8 Meter. Rechne aus, seit wie vielen Jahren es dort ein Hochmoor gibt!

Foto: Jürgen Holzhausen

Das Wollgras

Am Rande des Moortümpels kannst du die Pflanze mit dem weißen Büschel an der Spitze sehen.
Es ist das Wollgras, seine Samen lassen sich an den weißen Flusen vom Wind tragen. Früher haben die Rhöner die „Wolle“ dieser Pflanze auch benutzt, um ihre Kissen damit auszustopfen. Das Wollgras blüht schon im zeitigen Frühjahr ganz zart und unscheinbar. Die weißen Büschel sind die Früchte.

Foto: Jürgen Holzhausen

Der Sonnentau

„Was glitzert da in der Sonne? Ich muss doch mal schauen. Ah, ein Tropfen auf einem Blatt – und der duftet so gut!
Wie er wohl schmeckt? Will mal versuchen. Hoppla! Halt!! Was ist das? Ich klebe fest, so helft mir doch! Hilfe, es frisst mich! Nein, es ist aus mit mir!“
So muss sich die Fliege fühlen, wenn sie den Sonnentau kennenlernt!

Foto: Naturpark & BR Bayer. Rhön e. V.

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