Geologie der Rhön

Die Landschaft der Rhön bezeichnet man heute als Mittelgebirge. Der höchste Berg der Rhön ist die Wasserkuppe, die auch das Dach der Rhön oder der Berg der Flieger genannt wird. Die Rhönberge sind allesamt vulkanischen Ursprungs. Aber keine Angst! Die Gefahr dass ein Vulkan wieder ausbrechen könnte ist sehr gering.

Tipp: Wenn dich die Entstehung der Rhön und die Erdzeitgeschichte interressieren lohnt sich ein Besuch im Museum Terra Triassica in Euerdorf.

Der Buntsandstein

Vor vielen hundert Millionen Jahren gab es in der  Rhön  Berge, die weitaus höher waren als heute. Ein sogenanntes „Hochgebirge“.  Durch Regen und reißende Flüsse wurde von diesen Bergen Gesteinsmaterial abgewaschen und setzte sich als Sand ab. Dieser Sand lagerte sich im "Germanischen Becken" in der Niederung ab. Durch den wachsenden Druck der zunehmend dicken Sandschichten entstand der Buntsandstein. Diesen gibt es in verschiedenen Farben z. B. rot oder gelb. Wenn Du über die Oberfläche streichst, merkst du, dass er sich ganz sandig anfühlt.

Tipp: Bei einer Wanderung durch die Kaskadenschlucht bei Gersfeld kannst du dir das älteste Gestein der Rhön genauer anschauen. Hier ist es rot.

Foto: Biosphärenreservat Rhön

Der Muschelkalkstein

Vor etwa 230 Millionen Jahren versanken Teile des Germanischen Beckens in einem flachen, warmen Meer. Auf dessen Grund setzten sich dann wiederum abgestorbene Muschelteilchen, Salz und kalkhaltiges Material ab. Das flache Meer zieht sich zurück  – das Wasser verdunstet – so entstand der Muschelkalkstein. Das kannst du dir so ähnlich vorstellen wie bei einem Wasserkocher. Wird dieser oft benutzt, setzt sich auch Kalk am Boden ab. In manchen Muschelkalksteinen kann man sogar Versteinerungen – sogenannte Fossilien – von Muscheln oder anderen Lebewesen entdecken.

Tipp: Einen interessanten geologischen Lehrpfad zum Muschelkalkstein gibt es in der Nähe von Bad Neustadt/Saale im Löhriether Tal.

Zeitzeugen: Salz u. Sohlequellen der Heilbäder oder der Frickenhäuser See: Der Salzstock in der Tiefe wurde durch Wasser aufgelöst und es entstand ein großer Hohlraum. Als dieser in sich zusammen stürzte entstand ein Trichter, der sich mit Wasser füllte. Der Frickenhäuser See ist der einzige See in Unterfranken der auf natürliche Weise entstanden ist.

Foto: Claus Schenk

Der Basalt

Danach wurde das Klima auf der Erde wärmer und wärmer. Es gab ein paar Hügel , ansonsten war das Festland flach und trocken. Die Kontinente waren miteinander verbunden. Die Erdoberfläche hob sich und durch Erdbeben entstanden Risse in der Erdoberfläche. Flüssiges Gestein drang durch diese Risse und Spalten an die Erdoberfläche und wurde zu Basalt- und Phonolithgestein.
Der Basalt ist ein dunkler, fast schwarzer Stein. Er ist  kugel- oder säulenförmig, je nachdem wie viel Zeit das flüssige Gestein zum Abkühlen brauchte. Der kugelförmige Basalt ist schnell abgekühlt, Gase konnten nicht entweichen, so entstanden kleine Luftbläschen und die Struktur erinnert an Luftschokolade. Die Säulenform kam durch eine sehr lange Abkühlungsdauer zustande. Die Gase konnten entweichen, das Material wurde dichter und es entstanden die 5-6 eckigen Säulen. Anschauen kannst du dir das z. B. am Gangolfsberg. Da sieht es so aus, als ob jemand die Säulen ordentlich auf einander gestapelt hat. Tatsächlich sind die stehenden Säulen einfach gekippt.

Tipp: Am Naturlehrpfad Gangolfsberg gibt es einiges zu entdecken. Die Basaltprismenwand, den Teufelskeller, einen alten Steinbruch und außerdem lernst du bei diesem Rundgang viele Baumarten der Rhön kennen.

Foto: Ulli Schiefhauer

Den Phonolith

oder übersetzt: „Klingstein“ gibt es nur in der Hessischen Rhön. Seinen Namen hat er, weil er beim Abschlagen einen besonderen Klang abgibt.

Tipp: Bestaunen kannst du die riesigen Phonolithplatten an der Steinwand in der Nähe des Künstlerdorfes Kleinsassen.

Die Vulkanberge gibt es immer noch. Wie konnte auf Stein wieder etwas wachsen? Aus Ansammlungen vom Laub der Bäume, die der Wind auf die Berge geweht hat konnte sich im  Laufe der Zeit Humus bilden.  Zuerst wuchsen nur niedere Gewächse wie Gräser oder Sträucher. Als die Humusschicht oder der Boden immer dicker wurde, konnten auch Bäume wachsen. Manchmal aber sieht es so aus, als ob die Bäume direkt aus den Steinen wachsen.

Foto: Biosphärenreservat Rhön

Die Braunkohle

Vor 20 Millionen bis 5 Millionen Jahren vor heute herrschte in der Rhön zeitweise ein feuchtwarmes oder subtropisches Klima. D. h. es war so warm hier wie in südlichen Ländern, wie z. B. Spanien oder Italien. Heute kaum vorstellbar, da die Rhön für ihr raues Klima bekannt ist. Das feuchtwarme Klima begünstigte die Entstehung von Braunkohle durch abgestorbene Bäume, Sträucher und Gräser unter Druck und durch Luftabschluss. Diesen Prozess nennt man Inkohlung. Die Braunkohle aber war schlecht und für Heizzwecke nicht brauchbar. Einzig für die Herstellung von Schuhcreme konnte man sie nutzen.

Tipp: Am Bauersberg in der Nähe von Bischofsheim kannst Du Dir anschauen, wie es in einem Braunkohlestollen ausgesehen haben mag.

 

Foto: Claus Schenk

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