Geschichte der Rhön

Vor 1 Millionen Jahren kamen die ersten Menschengruppen zu uns in die Rhön. Sie siedelten in den Gebieten, wo sie Wasser und Schutz fanden.

Nach und nach veränderten sie durch Rodung des Waldes die Landschaft. Alle haben sie uns Zeugnisse ihrer Geschichte hinterlassen. Z.B. Urnenfelder, Hügelgräber oder Oppida – das sind Wehrburgen, die oft auf den Kuppen unserer Berge standen.
Die Rhön war von vielen Völkern besiedelt, darunter die Kelten, Chatten, Hermunduren und Markomannen. Sie hinterließen uns die Landschaft, die wir heute noch kennen.

Tipp:
Bei Urspringen findest du ein rekonstruiertes Gräberfeld am Lindenberg, welches bei Wegebauarbeiten gefunden wurde. Hierbei handelt es sich um eine Anlage aus der Hallstattzeit (Keltenzeit 700-450 v. u. Z).

Foto: Antje Schwanke - Lösershag

Die Kelten in der Rhön

Die Kelten lebten von 800 v.Chr. bis 200 v.Chr. hier in der Rhön. Sie drangen aus dem Norden und Westen in die Rhön vor und errichteten auf vielen Bergen befestigte Anlagen mit Gräben und Schutzwällen. Reste dieser keltischen Wehranlagen (Oppidum) sind hier noch zu finden und zeigen wie das Leben damals war.
Vor 2500 Jahren befand sich z.B. auf dem Öchsenberg eine größere keltische Siedlung. Strategisch sehr gut gelegen, auf dem nördlichsten Gipfel der Rhön, diente die Anlage wohl dem Schutz von Handelsstraßen und der Sicherung von Grenzgebieten.

Tipp:
Der Mettermich bei Schondra hat auf seiner Kuppe Reste einer alten Wehrburg. Außerdem gibt es einen "Keltenradweg". Hier kommst du mit deinem Fahrrad an verschiedenen Hügelgräbern der Kelten vorbei.

 

Foto: Claus Schenk - Blick von der Platzer Kuppe auf den Mettermich bei Schondra (Berg in der Mitte)

Die Germanen in der Rhön

Ab etwa 100 v.Chr. scheint die Rhön aus unerfindlichen Gründen weitgehend menschenleer zu sein. Aus den nördlichen Ländern siedeln sich ganz langsam eine neue Kultur an, die „Germanen“ wie sie der römische Kaiser Cäsar nannte. Als Germanen werden eine große Anzahl verschiedener Stämme zusammengefasst, die sich eine ähnliche Sprache und Kultur teilten. Trotzdem gab es zwischen den einzelnen Stämmen große Unterschiede und keinen wirklichen Zusammenhalt. Sicher gab es auch Bündnisse, aber nicht selten führten die germanischen Stämme untereinander Krieg.
Sie besiedeln zunächst nur am Rande der Thüringischen Rhön. Ortsname wie Salzungen, Schwallungen, Wasungen, Behrungen, Fladungen weisen darauf hin.


Tipp: Einst diente die Milseburg einer ganzen keltischen Siedlung als Wohnplatz. Auf der Wanderung zum Gipfel passierst du die Reste eines keltischen Ringwalls. Bis ins 13. Jahrhundert war die Milseburg besiedelt unter anderem auch durch die Germanen. Man vermutet, dass sie spätestens im 13. Jahrhundert verlassen wurde und dann allmählich verfiel. Die Anlage der 'Burg' war mit 21 × 24 m sehr klein.

Foto: Claus Schenk - Hexenbuche am Himmelsdunkberg

Die Rhön und das Mittelalter

Um 1300 änderte sich das Klima in der Rhön und in ganz Europa. Es wurde sehr kalt. Krankheiten und Hunger breiteten sich aus. Die Menschen zogen in Gebiete wo sie bessere Ernten und Lebensbedingungen fanden – z.B. in Richtung des heutigen Italien. Die Pest – eine der schlimmsten Krankheiten wütete in Europa. Sie endete in den meisten Fällen mit dem Tod des Kranken, weil man es mit Hygiene und Sauberkeit damals noch nicht so genau nahm.
In den Jahren 1340 bis 1355 fielen dieser Seuche fast die Hälfte der Menschen die damals in Europa lebte, zum Opfer.

Tipp: Nordheim v. d. Rhön, Bischofsheim a. d. Rhön, Fladungen, Hammelburg, Ostheim v. d. Rhön mit einzigartiger Kirchenburg / Wehrburg

 

Foto: Claus Schenk - Trimmburg bei Hammelburg

Später dann...

Um 900 begann die Besiedlung der Rhön auf den Bergen, z.B. in der Hochrhön – zum Beispiel beim schwarzen Moor. Dazu musste man den Wald roden. Siedlungen entstanden und verschwanden. Man brauchte das Holz als Baumaterial. Und so entstand die Rhön …. das Land der offenen Fernen.
Heute ist die Rhön eine landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft mit einer relativ intakten Fauna und Flora. Kulturlandschaft nennt man Landschaften, die der Mensch gestaltet hat.

Tipp: Schwarzes Moor bei Fladungen, Rundgang um ein Rhöner Dorf /Oberbach, Urwaldwanderweg Lösershag, Gangolfsberg

Foto: Claus Schenk - Schwarzes Moor Wollgrasblüte

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